Das müsste man sich erst einmal trauen ….

Die ISO 9001:2015 ist wenige Monate auf dem Markt und kommt so langsam in der Realität an. Nach und nach wird bewusst, wie brisant so manche harmlos klingende Veränderung ist. Den QMB gibt es nicht mehr – na und? Qualitätsfachleute wird es ja weiterhin brauchen, egal wie sie genannt werden. Und wenn da die oberste Leistung plötzlich die Verantwortung für das QM-System trägt, welche praktische Folgen hat das denn?

Vielleicht bleibt das eine Veränderung auf dem Papier, kann sein. Möglich aber auch, dass nicht nur auf die Chefetagen, sondern auch auf die Zertifizierer ein Problem zukommt. Peter Blaha stellte unlängst im DGQ-Blog die spannende Frage: Kann es zum Stolperstein auf dem Weg zum neuen Zertifikat werden, wenn der Chef keine Ahnung vom QM hat? Das hieße ja auch, dass er sich nicht wirklich kümmert. Nach dem Geist der ISO 9001:2015 hieße das eigentlich: Dem Unternehmen müsse das Zertifikat verweigert werden. Die „Rechenschaftspflicht“ für das QMS lastet nun der obersten Leitung. Vielleicht müssten ja die Chefs einen Schnellkurs bei den eigene QM-Fachleuten absolvieren, damit sie wissen, worum es geht? Damit sie einem Auditor im Zuge eines Zertifizierungsaudits nachweisen können, wie sie ihren Pflichten nachkommen – anhand von Unterlagen, im persönlichen Gespräch, wie auch immer.

So weit die wohlfeile Theorie. Die schnöde Praxis bringt das Problem mit sich, dass dies vielen Unternehmenslenkern nicht gefallen  wird. Ein zu zertifizierendes Unternehmen ist ja auch Auftraggeber und damit Kunde. Die Konkurrenz ist groß und womöglich weniger streng. Den CEO ganz real ins Audit einbeziehen – das müsste sich ein Zertifizierungsunternehmen, ein Auditor erst einmal trauen. Wir werden sehen, wie es kommt …

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